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DIE FREUDE WAR GROSS: SUSANNE STEININGER (ZWEITE VON RECHTS) VON DER MASSARBEIT UND ANN-KATHRIN BUDKE VON DER FIRMA PIEPENBROCK (RECHTS) ÜBERGABEN AN SCHULLEITER JÜRGEN SANDER (ZWEITER VON LINKS) UND HOLGER ISFORT, BEAUFTRAGTER FÜR BERUFSORIENTIERUNG AN DER IGS (DRITTER VON LINKS), DAS GÜTESIEGEL. EBENFALLS DABEI: SAMTGEMEINDEBÜRGERMEISTER MATTHIAS WÜBBEL. FOTO: UWE LEWANDOWSKI/LANDKREIS OSNBABRÜck
08.02.2022

IGS Fürstenau erhält zum zweiten Mal nach 2015 das Gütesiegel "Startklar für den Beruf".

Oft wird die Berufsorientierung für Schüler erst in der 9. oder 10. Klasse ein großes Thema. An der IGS Fürstenau ist das anders. Dort geht es in Klasse 5 los. Für ihr Konzept hat die Schule ein Gütesiegel erhalten.

Eine Fachjury hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den schulischen Angeboten der IGS zur Berufsorientierung auseinandergesetzt. Sie bestand unter anderem aus Mitgliedern des industriellen Arbeitgeberverbandes, der Kreishandwerkerschaft, des Landkreises, Lehrern und Firmenvertretern. Sie haben die IGS auf Herz und Nieren geprüft: Wie ist die Schule mit der Wirtschaft vernetzt? Wie sind Projekte zur Berufsorientierung im Lehrplan eingebunden? Wie sind die Erziehungsberechtigten eingebunden? Einige von vielen Kriterien, an denen sich die Schule messen lassen musste. Darüber hinaus waren Jurymitglieder vor Ort in der Schule und hatten jede Menge Fragen im Gepäck: Wie wird in Ihrer Schule Berufsorientierung als Querschnittsthema in allen Unterrichtsfächern gefördert und gelebt? Wie könnte das Angebot noch verbessert werden? Wie wird der Erfolg von Projekten zur Berufsorientierung überprüft? Auf all diese Fragen konnte Holger Isfort zufriedenstellende Antworten geben. Herr Isfort ist seit 16 Jahren Lehrer an der IGS und gelernter Tischler, mithin bestens geeignet, Schule und Beruf im Sinne der Schüler zusammenzuführen. Er kennt beide Seiten der Medaille und fördert gern den Austausch zwischen IGS und Wirtschaft. Das alles sei aber nur möglich, weil die Schulleitung das Kollegium bei seiner Arbeit unterstütze und freie Hand lasse.

Berufsorientierung an der IGS beginne bereits in der 5. Klasse, so Holger Isfort. Im Fach Arbeit, Wirtschaft und Technik erhielten die Schüler erste praktische Einblicke in die Berufswelt. Sie würden beispielsweise in der Werkstatt oder in der Lehrküche arbeiten. Weiterhin würden die Jahrgänge 5 bis 7 überdies erste Praktika in Betrieben absolvieren. Weiterhin gibt es die Generationenwerkstatt. Hier kooperiert die IGS mit den Richter Möbelwerkstätten in Fürstenau. Schüler arbeiten hier mit erfahrenen Handwerkern zusammen und bauen beispielsweise Schränke. Einer davon befindet sich im Gemeindehaus der St.-Georg-Kirchengemeinde in Fürstenau und wird dort genutzt. Durch solche Formen der Praxis könnten sich bei Schülern Berufswünsche festigen, erklärte Jurymitglied Susanne Steininger von der Maßarbeit bei der Übergabe des Gütesiegels, das den Titel „Startklar für den Beruf“ trägt.

Aber auch sonst wird das Wort „Praxis“ an der IGS großgeschrieben. Würden neue Tische für die Keyboards im Musikraum benötigt, dann bauten die Schüler, betont Holger Isfort. Sie würden nicht gekauft. „Wir arbeiten dann wie in einem richtigen Betrieb“, betont der Pädagoge. Ein weiteres Beispiel für die Berufsorientierung ist die Zusammenarbeit mit der Firma Meurer. Mädchen des 8. Jahrganges können beim Verpackungsmaschinenhersteller das Programmieren lernen. „Das Unternehmen hat sich bewusst dafür entschieden, nur Mädchen zu nehmen, erklärt Holger Isfort. Ihm ist es recht.

Susanne Steininger freut es, dass an der IGS die Berufsorientierung eine „Querschnittsaufgabe“ ist und sich wie ein roter Faden überall durch den Unterricht ziehe. Sie sei nichts Besonderes, sondern alltäglich. Das sei auch ein Grund, warum die IGS das Gütesiegel verliehen bekommen habe. Schulleiter Jürgen Sander betont, dass Berufsorientierung immer auch eine didaktische Aufgabe an der IGS sei. Zum einen, um die Ausbildungsfähigkeit zu fördern, zum anderen, um Berufswünsche zu wecken. Was ihn allerdings immer wieder verwundere, sei, dass Eltern bei der Einschulung in die fünfte Klasse alles Mögliche fragen würden, sich aber fast nie nach der Berufsorientierung erkundigten.

Mit der Verleihung des Gütesiegels hat sich die IGS verpflichtet, auch weiterhin in besonderem Maße eine Berufsorientierung zu ermöglichen, die sich nicht nur auf gelegentliche Veranstaltungen reduziert. Vielmehr soll die Schule Maßstäbe für ein nachhaltiges berufsorientierendes Handeln setzen.

 

Hintergrund: Das Gütesiegel wird von der Aktionsgemeinschaft Weser-Ems „Startklar für die Schule“ verliehen. Ihr gehören die Handwerkskammern Oldenburg sowie Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim an. Weiterhin sind die Industrie- und Handelskammern in der Region beteiligt und das regionale Landesamt für Schule und Bildung in Osnabrück. Die IGS hat nach 2015 nun zum zweiten Mal das Gütesiegel erhalten. „Darüber freuen wir uns besonders“, so Jürgen Sander.